Tamer Alawam – eine kurze Biografie

(english)

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Tamer Alawam wurde 1977 in einem Dorf in der Nähe von Suwayda, einer Stadt im Südwesten Syriens, geboren. Um Journalismus und arabische Literatur zu studieren, zog er nach Damaskus. Er war Mitbegründer und einer der führenden Figuren zweier syrischer Vereinigungen, der Liganna al-Difa‘ ‚an al-Hurryat al-tullabya (Komitees zur Verteidigung der Freiheit von Studenten) und Našitu Munahada al-‚awlama fi Surya (Anti-Globalisierungsaktivisten in Syrien).

Er arbeitete als freischaffender Journalist für zahlreiche Zeitungen, darunter der al-Badil (Die Alternative) und Bursat wa Aswaq (Börse und Markt) und war auch Chefredakteur der politischen und kulturellen Zeitschrift “Europeans and Arabs”. Wegen seiner regimekritischen Aktivitäten während der Diktatur unter Hafez al-Assad und danach seinem Sohn und amtierenden Präsidenten Bashar Hafez al-Assad wurde er mehrmals festgenommen und 1999 und 2003 inhaftiert.

Seit 2007 gehörte er offiziell keiner politischen oder studentischen Organisation mehr an und nutzte seine Stimme für ein freies Syrien statt dessen umso stärker als freischaffender Journalist, Schriftsteller und Theater- und Filmregisseur.

Als die Revolution im März 2011 in Syrien begann, lebte Tamer bereits in Deutschland. Durch die Geschehnisse und die ihn täglich erreichenden Nachrichten aus Syrien alarmiert, engagierte er sich wieder direkt politisch. Er reiste um die halbe Welt um die politische Lage Syriens auf internationalen Konferenzen zu diskutieren und verschaffte den oppositionellen Anliegen durch Fernsehbeiträge, Interviews und Kommentare auf Al-Jazeera, CNN, BBC, ARD, ZDF, Al-Arabiya, Orient TV und Oman TV mehr Gehör. Seine war eine authentische Stimme der syrischen Revolution, da er die Brutalität des syrischen Regimes nicht nur als Zeuge sondern auch als Opfer miterlebte. Obwohl Tamer anfangs den rein friedlichen Widerstand unterstützte, musste er nach den brutalen Antworten des Regimes auf den Ruf nach Freiheit und politischen Wandel erkennen, dass nur die Hilfe des bewaffneten Kampfes die Bewegung und die Leben Tausender Menschen in ihr retten konnte. Als die Freie Syrische Armee 2011 gegründet wurde, übernahm er die Rolle eines kritischen Befürworters.

Tamer entschied sich im Laufe der anhaltenden Revolution vier Mal als Journalist und Filmemacher nach Syrien zu fahren, um die Brutalität des Krieges, die Verwüstung des Landes und das Leiden und Sterben der Menschen durch ihre eigene Regierung zu zeigen, der die ganze Welt zusieht. Auf seiner letzten Reise 2012 starb er am 9. September 2012 in Aleppo in Folge seiner Granatsplitterverletzungen.

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